Sedcard: Aufbau, Inhalt und die häufigsten Fehler
Was eine Sedcard ist
Die Sedcard — auch Setcard oder Composite Card genannt — fasst auf kleinstem Raum zusammen, was ein Model ausmacht: einige wenige Bilder, der Name, die Agentur und die Maße. Sie ist bewusst knapp. Wer Models für einen Job auswählt, sichtet selten eine Handvoll Karten, sondern oft mehrere Dutzend.
Klassisch ist die Sedcard ein gedrucktes Kärtchen, das Agenturen zu Castings mitnehmen. Heute läuft der größere Teil digital: als PDF im Anhang einer Anfrage oder als Profil auf der Agenturseite. Der Aufbau ist in beiden Fällen derselbe, und die Anforderungen an die Bilder sind es auch.
Wichtig ist der Unterschied zum Portfolio. Das Portfolio zeigt die ganze Bandbreite und darf umfangreich sein. Die Sedcard ist die Auswahl daraus — und diese Auswahl ist die eigentliche Arbeit.
Was auf die Sedcard gehört
Die Vorderseite
Auf die Vorderseite gehört ein einziges Bild: ein Portrait, das dich klar und ohne Ablenkung zeigt. Dazu der Name, unter dem du gebucht wirst, und die Agentur. Mehr nicht. Jedes zusätzliche Element nimmt dem Bild Platz weg, und das Bild ist der Grund, warum jemand weiterblättert.
Das Portrait sollte frontal oder leicht angewinkelt sein, mit ruhigem Hintergrund und ohne starke Schatten im Gesicht. Ein Lächeln ist kein Muss, ein natürlicher Ausdruck schon.
Die Rückseite
Die Rückseite trägt drei bis fünf weitere Bilder und einen kompakten Block mit den Maßangaben. Die Bilder sollen zusammen etwas zeigen, was ein einzelnes nicht kann: dass du unterschiedlich wirken kannst, ohne dass man sich fragt, ob das dieselbe Person ist.
Diese Angaben stehen üblicherweise auf einer Sedcard
| Angabe | Einheit | Hinweis |
|---|---|---|
| Größe | cm | Ohne Schuhe gemessen. Die Angabe wird beim Casting regelmäßig nachgeprüft. |
| Oberweite | cm | An der stärksten Stelle, Maßband waagerecht. |
| Taille | cm | An der schmalsten Stelle, ohne einzuziehen. |
| Hüfte | cm | An der stärksten Stelle, Füße geschlossen. |
| Konfektionsgröße | DE | Für Fitting- und Katalogjobs die wichtigste Einzelangabe. |
| Schuhgröße | EU | Bei Schuh- und Laufstegjobs entscheidend. |
| Haarfarbe | — | Aktueller Stand. Nach dem Färben gehört die Sedcard aktualisiert. |
| Augenfarbe | — | Wird für Beauty- und Nahaufnahmen abgefragt. |
| Sprachen | — | Relevant, sobald gesprochen oder moderiert wird. |
Die Maße werden am unbekleideten oder eng anliegend bekleideten Körper genommen. Runde nicht auf — eine Abweichung fällt spätestens beim Fitting auf und kostet alle Beteiligten Zeit.
Welche Bilder eine Sedcard braucht
Vier Aufnahmen decken ab, was in den meisten Anfragen gebraucht wird. Mehr ist erlaubt, aber selten besser.
- Portrait, nah. Zeigt das Gesicht ohne Inszenierung. Das ist das Bild, an dem entschieden wird, ob überhaupt weitergeschaut wird.
- Ganzkörper. Gerade Haltung, enge oder schlichte Kleidung, neutraler Hintergrund. Kunden müssen Proportionen einschätzen können — genau dafür ist dieses Bild da.
- Profil oder Halbprofil. Ergänzt das Portrait um die Kopfform und die Linie des Gesichts.
- Ein Bild mit anderem Ausdruck. Bewegung, ein anderer Look, eine andere Stimmung. Es beantwortet die Frage, ob du mehr kannst als eine Pose.
Technisch gilt für alle: scharf, gut ausgeleuchtet, ohne störenden Hintergrund. Und in derselben Bildsprache — vier Aufnahmen aus vier verschiedenen Shootings mit vier verschiedenen Bearbeitungen wirken wie eine Sammlung, nicht wie eine Sedcard.
Die häufigsten Fehler
Die meisten Sedcards scheitern nicht an fehlender Schönheit, sondern an handwerklichen Kleinigkeiten:
- Zu stark bearbeitet. Wenn Haut, Taille oder Gesichtszüge nachträglich verändert wurden, entsteht beim Termin eine Lücke zwischen Bild und Person. Diese Lücke geht immer zu Lasten des Models.
- Zu alt. Haarfarbe, Haarlänge und Gesicht verändern sich. Bilder, die nicht mehr stimmen, führen zu Absagen vor Ort.
- Zu viele Bilder. Acht Aufnahmen auf einer Rückseite bedeuten acht kleine Aufnahmen. Keine davon wirkt.
- Unruhige Hintergründe. Alles, was vom Gesicht ablenkt, arbeitet gegen die Karte.
- Falsche oder geschönte Maße. Sie fallen beim Fitting auf, nicht vorher.
- Kein Name auf der Karte. Klingt banal und passiert regelmäßig.
Wie ein Sedcard-Shooting abläuft
Für eine Sedcard braucht es kein aufwendiges Produktionsteam. Gebraucht werden gutes Licht, ein ruhiger Hintergrund und jemand, der weiß, worauf es ankommt. Ein Termin dauert typischerweise wenige Stunden und deckt die vier oben genannten Aufnahmen ab.
Sinnvoll ist es, mehrere schlichte Oberteile mitzubringen, dazu eine eng anliegende Hose für die Ganzkörperaufnahme. Make-up bleibt zurückhaltend — die Sedcard soll zeigen, wie du aussiehst, nicht, was ein Visagist kann. Wer bereits mit einer Agentur zusammenarbeitet, spricht die Auswahl der Bilder vor der Bearbeitung ab: die Auswahl entscheidet mehr über die Wirkung als die Retusche.
Glanz & Gloria betreibt kein eigenes Fotostudio. Wir begleiten die Auswahl der Bilder für unsere Models und sagen, welche Aufnahme auf die Karte gehört und welche nicht.
Checkliste vor dem Versenden
- Ist der Name lesbar, und ist es der Name, unter dem du gebucht wirst?
- Stimmen alle Maße mit dem heutigen Stand überein?
- Ist das jüngste Bild höchstens etwa ein Jahr alt?
- Erkennt man auf allen Bildern dieselbe Person?
- Ist eine Ganzkörperaufnahme dabei, auf der die Haltung gerade ist?
- Ist die Datei klein genug für einen E-Mail-Anhang und trotzdem scharf?
- Steht die Agentur oder eine Kontaktmöglichkeit darauf?
Für den Aufbau gibt es bei uns eine kostenlose Vorlage, die die Aufteilung bereits vorgibt.
Häufige Fragen zur Sedcard
Beides ist gebräuchlich und meint dasselbe. Im deutschsprachigen Raum wird meist „Sedcard“ geschrieben, international ist „composite card“ oder kurz „comp card“ üblich.
Ein Bild auf die Vorderseite, drei bis fünf auf die Rückseite. Mehr Bilder bedeuten kleinere Bilder, und kleine Bilder wirken nicht.
Immer dann, wenn sich das Aussehen sichtbar verändert — neue Haarfarbe, deutlich andere Haarlänge, veränderte Maße. Unabhängig davon lohnt sich einmal im Jahr ein prüfender Blick.
Nein. Für eine Bewerbung genügen aktuelle, ehrliche Aufnahmen: ein Portrait und eine Ganzkörperaufnahme, unbearbeitet und bei Tageslicht. Die Sedcard entsteht in der Regel erst mit der Agentur.
Nein. Maße werden bei Fittings und Castings nachgemessen. Eine Abweichung führt dort zur Absage und wirkt schlechter als der eigentliche Wert.
